Lehrplan für „Wirtschaft“ an der Wirtschaftsoberschule

Lehrplan – Wirtschaft an der Wirtschaftsoberschule

Dies sind die Inhalte für das Fach Wirtschaft an der Wirtschaftsoberschule in Baden-Württemberg. Das Fach ist zweijährig.

Achtung: Die Stoffmenge, welche in unterschiedlichen Schularten behandelt werden muss, wie auch die gesamte Betriebswirtschaftslehre ist sehr umfangreich. Wie bei Internet-Seiten üblich, befindet sich CRK. res domestica im Aufbau und wird permanent erweitert. Bis dahin ist dieses Angebot natürlich lückenhaft. Wenn du Fragen hast oder dir bestimmte Stoffteile schneller wünschst, schreibe an: claus.kullak [auf] gmx [Punkt] net.

Wirtschaft im 1. Jahr

Beschaffungs-, Leistungserstellungs- und Absatzprozesse

  • Funktionsbereiche eines Unternehmens (Überblick)
  • Betriebswirtschaftliche Prozesse und Wertschöpfungsketten
    • Supply Chain Management
  • Materialbereitstellung
    • zentrale und dezentrale Lagerhaltung
    • just in time
  • Bestellmengen- und Bestellzeitplanung
    • Optimale Bestellmenge
    • Optimaler Bestellzeitpunkt
  • Fertigungstypen (nur Einzelfertigung und Mehrfachfertigung)
  • Auftragsterminierung
    • Arbeitsplan (Festlegung der Arbeitsgänge)
    • Maschinenbelegung (Gliederung und Ermittlung der Vorgabezeiten)
    • Netzplan (CPM)
  • Entlohnungsformen und ihre Auswirkungen auf die Lohnstückkosten (Berechnung und grafischer Vergleich der Lohnstückkosten)
    • Zeitlohn
    • Akkordlohn
    • Prämienlohn
    • Erfolgsbeteiligung
  • Rationalisierung (Standardisierung, Ersatz unwirtschaftlicher Anlagen (vgl. LPE Kostenrechnung))
  • Kennzahlen
    • Produktivität (Nur Arbeitsproduktivität und Materialproduktivität)
    • Wirtschaftlichkeit
  • Marktbegriff (Käufer-/Verkäufermarkt)
  • Marktforschung
  • Marketinginstrumente
    • Produktpolitik (Variation, Differenzierung, Innovation, Elimination, Diversifikation, Produktlebenszyklus, Portfolioanalyse)
    • Kontrahierungspolitik (Formen der Preisgestaltung)
    • Distributionspolitik (direkter/indirekter Absatz Reisender – Handelsvertreter)
    • Kommunikationspolitik (Absatzwerbung, Public Relations, Sponsoring)
  • Marketing-Mix (Vgl. LPE 6)

Mikroökonomie

  • Grundbegriffe wirtschaftlichen Handelns (Bedürfnisse, Bedarf, Nachfrage, ökonomisches Prinzip, Produktionsfaktoren, Konsum, Sparen)
  • Nutzentheorie
    • Kardinale Nutzentheorie (Gossensche Gesetze)
    • Ordinale Nutzentheorie (Indifferenzkurvenanalyse)
    • Bilanzgerade (Engel-Schwabsche Gesetze, Haushaltsoptimum, Verschiebung und Drehung der Bilanzgeraden)
  • Bestimmung der Nachfrage (Bestimmungsfaktoren: Bedürfnisse, Preis des Gutes, Preise anderer Güter, Einkommen, soziologische und psychologische Faktoren)
    • individuelle Nachfrage
    • Gesamtnachfrage (Anzahl der Nachfrager)
    • Einkommen-Konsum-Kurve
  • Elastizitäten (Keine mathematische Ableitung)
    • direkte Preiselastizität der Nachfrage 
    • Kreuzpreiselastizität
    • Einkommenselastizität
  • Bestimmung des Angebots (Herleitung über Stückkosten)
    • Gesamtangebot (Bestimmungsfaktoren: Produktionstechnik, Preise der Produktionsfaktoren, Preise anderer Güter, Anzahl der Anbieter)
    • individuelles Angebot
    • elastisches und unelastisches Angebot (ohne Berechnung)
  • Preisbildung auf dem vollkommenen Markt 
    • Polypol (Grafische und rechnerische Ermittlung des Gleichgewichtspreises, Änderungen des Gleichgewichtspreises Konsumenten- und Produzentenrente (mit Berechnung))
    • Angebotsmonopol (Gesamt- und Stückbetrachtung: grafische und rechnerische Herleitung, mathematische Ableitungen)
  • Vergleich Preisbildung und Marktversorgung (Nur grafischer Vergleich)
    Polypol – Monopol
  • Preisbildung auf dem unvollkommenen Markt 
    • Polypol (Doppelt geknickte Preis-Absatz-Funktion)
    • Angebotsmonopol (Abschöpfung der Konsumentenrente)
  • Angebotsoligopol (Wettbewerbsstrategien im homogenen und heterogenen Oligopol)
  • Staatliche Markteingriffe 
    • marktkonforme Eingriffe (Subventionen, Transferzahlungen, Steuern, Zölle, Staat als Nachfrager)
    • marktkonträre Eingriffe (Höchst-, Mindestpreise Höchstmenge)

Externes Rechnungswesen

  • Grundlagen des externen Rechnungswesens – Inventur, Inventar, Bilanz
    • Bestandskonten
    • Ergebniskonten
  • Erfassen grundlegender Geschäftsvorfälle unter Beachtung der Umsatzsteuer
    • Beschaffung und Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (Bestandsorientiert, Ohne Rücksendungen und Skonti)
    • Verkauf von Erzeugnissen (Ohne Rücksendungen und Skonti)
    • Anschaffung von Anlagegütern (Exemplarisch einschließlich Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungspreisminderungen)
  • Abschreibung
    • linear
    • geometrisch degressiv 
    • nach Leistungseinheiten
  • Bestandsveränderungen
  • Zinsaufwendungen und Zinserträge
  • Zeitliche Abgrenzung
  • Rückstellungen (Bildung und Auflösung von Instandhaltungsrückstellungen)

Unternehmensformen mit rechtsformabhängigen Finanzierungsarten

  • Gründung einer Einzelunternehmung
  • Vergleich von Rechtsformen (Vergleichsmerkmale: z. B. Gründungsmodalitäten, Kapitalaufbringung, Haftung, Geschäftsführung, Vertretung, Rechte und Pflichten der Gesellschafter, Gewinnverwendung / Verlustbeteiligung)
    • Einzelunternehmung 
    • OHG
    • KG
    • GmbH (Ohne Kaduzierung und Abandonrecht)
    • GmbH & Co. KG 
    • AG (Arten von Aktien, Rechte aus einer Aktie)
    • Sonderformen (Im Überblick: z. B: Unternehmergesellschaft (UG), europäische Aktiengesellschaft (SE))
  • Offene Selbstfinanzierung
    • Personengesellschaften (mit vorzeitigen Entnahmen und verspäteten Einlagen während des Geschäftsjahres sowie deren Verzinsung)
    • Kapitalgesellschaften am Beispiel der AG (ohne Tantiemen für Vorstand und Aufsichtsrat sowie Steuerzahlungen, Einstellung in die Gewinnrücklagen, Ermittlung und Verwendung des Bilanzgewinns)
  • Beteiligungsfinanzierung bei Personengesellschaften
  • Beteiligungsfinanzierung bei Kapitalgesellschaften (mit Veränderung der Bilanzpositionen)
    • Kapitalerhöhung gegen Einlagen
    • Genehmigte Kapitalerhöhung
    • Bedingte Kapitalerhöhung
    • Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
  • Kooperation und Konzentration (Jointventure, Konzern, Fusion)

Vollkostenrechnung

  • Ziele des externen und internen Rechnungswesens
  • Grundbegriffe der Geldrechnung, der Buchführung sowie der Kosten- und Leistungsrechnung
  • Abgrenzung im Zweikreissystem mit Hilfe der Ergebnistabelle
    • Unternehmensbezogene Abgrenzung
    • Kosten- und leistungsrechnerische Korrekturen (Abschreibungen, Zinsen ohne Berechnung des betriebsnotwendigen Kapitals, Unternehmerlohn)
  • Kostenartenrechnung
    • Kostenträgereinzelkosten
    • Kostenträgergemeinkosten
    • Sondereinzelkosten der Fertigung und des Vertriebs
  • Kostenstellenrechnung
    • Bildung von Kostenstellen
    • Kostenstelleneinzelkosten
    • Kostenstellengemeinkosten
    • Einstufige und mehrstufige Betriebsab-rechnungsbögen
    • Gemeinkostenzuschlagssätze unter Berücksichtigung von Bestandsveränderungen
  • Kostenträgerzeitrechnung
    • Istkosten und Istzuschlagsätze
    • Normalkosten und Normalzuschlagsätze 
    • Kostenüber- und Kostenunterdeckungen 
    • Umsatzergebnis und Betriebsergebnis
  • Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation der Selbstkosten und des Angebotspreises)
    • Zuschlagskalkulation (Vorwärts-, Rückwärts- und Differenzkalkulation)
    • Maschinenstundensatzrechnung (Maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten: Abschreibungen, Zinsen, Instandhaltung, Raumkosten, Energie, Maschinenunabhängige Fertigungsgemeinkosten, Restfertigungsgemeinkostenzuschlagsatz)

Unternehmensplanspiel

Wirtschaft im 2. Jahr

Kostenanalyse und Teilkostenrechnung

  • Kosten und Beschäftigungsgrad
    • fixe Kosten, variable Kosten und Mischkosten
    • lineare Kostenfunktion (Gesamtkostenverlauf, Stückkostenverlauf, Fixkostendegression)
    • rechnerische und grafische Kostenauflösung
  • Kritische Kostenpunkte bei Gesamt- und Stückbetrachtung (Grafische und rechnerische Ermittlung unter Beachtung der Kapazitätsgrenze)
  • Betriebliche Anpassungsprozesse (Anpassungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen auf die Kostenstruktur Kostenremanenz)
    • zeitlich
    • quantitativ und qualitativ
  • Einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Stück- und Periodenbetrachtung)
    • Gewinnschwellenanalyse (Rechnerische und grafische Ermittlung)
    • kurzfristige und langfristige Preisuntergrenze
    • Annahme eines Zusatzauftrages
    • Produktionsentscheidung nach absoluten und relativen Deckungsbeiträgen
    • Eigenfertigung oder Fremdbezug
  • Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Zweistufig: unternehmensfixe und erzeugnisfixe Kosten)

Finanzwirtschaft

  • Abgrenzung Finanzierung und Investition (Vgl. LPE 3 und LPE 4)
  • Ermittlung des Kapitalbedarfs einer Sachinvestition
    • Sachinvestitionen als Ersatz-, Erweiterungs- oder Rationalisierungsinvestition
    • Anlagekapitalbedarf
    • Umlaufkapitalbedarf mit kumulativer Methode
  • Investitionsrechenverfahren für Sachinvestitionen
  • Statische Verfahren
    • Kosten- und Gewinnvergleich mit kritischer Auslastung
    • Amortisationsrechnung (Durchschnitts- und Kumulationsmethode)
  • Dynamische Verfahren
    • Kapitalwertmethode
    • Differenzinvestition als Sach- oder Finanzinvestition
    • Interne Zinsfußmethode
  • Einteilung der Finanzierungsarten (Vgl. LPE 4)
    • Außenfinanzierung – Innenfinanzierung 
    • Eigenfinanzierung – Fremdfinanzierung
  • Fremdfinanzierung in Form von Darlehen und Industrieobligationen
    • Annuitätendarlehen
    • Ratentilgungsdarlehen
    • Fälligkeitsdarlehen
  • Effektivzinssatz
  • Kreditsicherheiten
    • Bürgschaft
    • Sicherungsübereignung 
    • Grundschuld
    • Industrieobligationen (ohne Sonderrechte)
  • Leasing als Alternative zur Kreditfinanzierung (Nur Finance-Leasing, Allgemeine Merkmale, Aufwands- und Liquiditätsvergleich mit Kreditfinanzierung ohne Berücksichtigung von Gewinnsteuern und Barwerten)
  • Innenfinanzierung
    • Vermögensumschichtung
    • Finanzierung aus Rückstellungen
    • Finanzierung aus Abschreibungsrückflüssen (Kapitalfreisetzung und Kapazitätserweiterung)
    • stille Selbstfinanzierung (Bildung stiller Rücklagen durch überhöhte bilanzielle Abschreibungen und Rückstellungen, Auflösung stiller Rücklagen)

Geldtheorie und Geldpolitik

  • Grundbegriffe der Geldtheorie (Arten und Funktionen des Geldes)
  • Binnenwert des Geldes
    • Kaufkraft und Preisniveau 
    • Verbraucherpreisindex
    • Preissteigerungsrate
    • Reallohn
  • Inflation (Arten, Ursachen, Auswirkungen)
    • Geldmengeninduzierte Inflation (Fisher’sche Verkehrsgleichung)
    • Nachfrageinduzierte Inflation
    • Angebotsinduzierte Inflation
  • Deflation (Ursachen, Auswirkungen)
  • Geldmengenbegriffe (M1, M2, M3)
  • Geldschöpfung der Zentralbank
  • Geldschöpfung der Geschäftsbanken (Geldschöpfungsmultiplikator)
    • bei vollständigem Bargeldrückfluss 
    • bei teilweisem Bargeldrückfluss
  • Europäisches System der Zentralbanken (ESZB) und Europäische Zentralbank (EZB) (Aufgaben, Ziele und Organe)
  • Geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank und deren Wirkungsweise
    • Offenmarktgeschäfte
    • Ständige Fazilitäten
  • Mindestreserven

Wirtschaftspolitik

  • Wirtschaftspolitische Träger in der sozialen Marktwirtschaft und ihre Funktion (im Überblick)
  • Wirtschaftspolitische Zielsetzungen
    • Ziele des Stabilitätsgesetzes
    • gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
    • Schutz der Umwelt
  • Wirtschaftswachstum und Konjunkturverlauf (Erklärungsansätze konjunktureller Schwankungen): 
    • reales und nominales Bruttoinlandsprodukt 
    • Konjunkturzyklus
    • Konjunkturindikatoren
  • Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
    • Interpretation der Arbeitslosenquote 
    • Arten der Arbeitslosigkeit
    • Ursachen der Arbeitslosigkeit
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht:
    • einfacher Aufbau der Zahlungsbilanz (Nur Leistungs- und Devisenbilanz)
    • Außenbeitragsquote
    • Ursachen und Folgen einer aktiven und einer passiven Leistungsbilanz
  • Beziehungen zwischen wirtschaftspolitischen Zielen
  • Konjunkturpolitische Konzepte
    • Angebotsorientierte Konjunkturpolitik (Monetarismus)
    • Nachfrageorientierte Konjunkturpolitik (Fiskalpolitik)
  • Strukturwandel
  • Strukturpolitik (Regionale Strukturpolitik, Sektorale Strukturpolitik)
  • Globalisierung (Standortfaktoren, Wettbewerbsstrategien im Rahmen der Globalisierung)
  • Grenzen und Gefahren des Wachstums 
    • nachhaltiges Wirtschaften (Ressourcen, Umweltzerstörung, Bevölkerungsentwicklung, Wohlstandsmessung)
    • negative und positive externe Effekte 
    • Internalisierung externer Effekte (Pigou-Steuer)

Rechnungslegung der Unternehmung und Jahresabschlussanalyse

  • Ziele und Adressaten des handelsrechtlichen Jahresabschlusses
  • Bestandteile des Jahresabschlusses einer großen Kapitalgesellschaft (Aufstellung und Offenlegung)
    • Bilanz
    • Gewinn- und Verlustrechnung
    • Anhang
    • Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel (im Überblick)
    • Lagebericht
  • Rechnungslegungsgrundsätze nach HGB (Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit, strenges Stetigkeitsprinzip)
  • Gläubigerschutz
  • Vorsichtsprinzip (Realisationsprinzip und Imparitätsprinzip Niederst- und Höchstwertprinzip)
  • Bewertung folgender Bilanzpositionen nach HGB
    • bebaute Grundstücke
    • Betriebs- und Geschäftsausstattung
    • Fuhrpark
    • Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens
    • Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe (Durchschnittsverfahren, Verbrauchsfolgeverfahren)
    • fertige und unfertige Erzeugnisse
    • Auslandsforderungen und -verbindlichkeiten
  • Bilanzierungswahlrechte als Möglichkeit zur Bildung stiller Reserven (Abgrenzung zum HGB im Überblick)
  • Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS (Gültigkeit der IAS/IFRS-Rechnungslegung)
  • Anlegerschutz (Fair Value Ansatz)
  • True and fair view/presentation (Gemildertes Realisationsprinzip)
  • Bilanzanalyse
    • Kapitalstruktur (Eigenkapitalquote)
    • Finanzierungsanalyse  (Deckungsgrad I und II)
    • Liquiditätsanalyse (Liquiditätsgrad I und II, Goldene Bilanzregel)
  • Erfolgskennzahlen
    • Eigenkapitalrentabilität 
    • Fremdkapitalrentabilität 
    • Umsatzrentabilität
    • Leverage-Effekt
    • Cashflow (Einfache Berechnungsmethode)
    • EBIT

Wahlthemen

  • Einkommensteuer
  • Altersvorsorge und private Kapitalanlage
  • Wettbewerbssimulation 2
  • Aktuelle wirtschaftspolitische Themen

Verwendetes Bild: © 2020 Claus R. Kullak & Sam Balye / Unsplash.