Lehrplan für „Berufsfachliche Kompetenz“ an der Berufsfachschule

Lehrplan – Berufsfachliche Kompetenz an der Berufsfachschule Wirtschaft

Dies sind die Inhalte für das Fach Berufsfachliche Kompetenz an der Berufsfachschule in Baden-Württemberg. Das Fach ist zweijährig.

Achtung: Die Stoffmenge, welche in unterschiedlichen Schularten behandelt werden muss, wie auch die gesamte Betriebswirtschaftslehre ist sehr umfangreich. Wie bei Internet-Seiten üblich, befindet sich CRK. res domestica im Aufbau und wird permanent erweitert. Bis dahin ist dieses Angebot natürlich lückenhaft. Wenn du Fragen hast oder dir bestimmte Stoffteile schneller wünschst, schreibe an: claus.kullak [auf] gmx [Punkt] net.

Berufsfachliche Kompetenz im 1. Jahr

Lernort Berufsfachschule (Wirtschaftsschule)

  • Einführung in Anforderungen und Ziele der Wirtschaftsschule
    • Sozialkompetenz (z. B. Kennenlernspiele, Steckbriefe mit der Digitalkamera, Kooperationsspiele Erlebnispädagogische Veranstaltung kann Kooperations- und Kennenlernspiele ersetzen)
    • Zielvereinbarungen (z. B. Klassen-/Schulvertrag Anforderungen der Wirtschaft an Schulabgänger)
    • Methodenkompetenz (z. B. Einführung in grundlegende Methoden, Lerntechniken anhand von ausgewählten wirtschaftlichen Inhalten)
  • Einführung in die Projektmethode (z. B. Struktur der örtlichen Wirtschaft erkunden, Schule erkunden, Übungsfirma erkunden, kaufmännische Berufe erkunden)
    • Projektplanung (Arbeitsplan erstellen, Gruppenarbeit Checkliste, Terminvereinbarungen, Telefongespräche, Protokoll)
    • Projektdurchführung (Informationen beschaffen und auswerten, Interviewtechnik)
    • Projektpräsentation (Ergebnisse dokumentieren, z. B. Visualisierung, Rollenspiel, Ergebnisse präsentieren, z. B. Körpersprache, Rhetorik, Erscheinungsbild)

Grundlagen kaufmännischen Handelns und Verwaltens

  • Unternehmensmodell (Wertezufluss und Werteabfluss)
    • Finanzierungsprozess
    • Leistungsprozess
    • Investierung
  • Grundlagen unternehmerischer Entscheidungen (Erarbeitung anhand eines Planspiels zur Marktsimulation, z. B. LS-Planspiele für die Wirtschaftsschule)
    • Unternehmensidee, Werbung, Menge, Preis, Absatz, Umsatz, Kosten
  • Grundlagen des Rechnungswesens (Praxisorientierte Hinführung: Haptische Simulation, z. B. LS-Planspiele, Belegsammlung, z. B. LS-Handreichung, Schülercafé, Herbstbasar, Schulfest, Bewirtung)
    • Dreisatz (Nur einfacher Dreisatz)
    • Prozentrechnen (Vom Hundert, im Hundert, auf Hundert Tabellenkalkulation)
    • Einnahmen-/Ausgabenrechnung (Kassenbuch führen und auswerten)
    • Einführung in Konten (Kasse, Bank, Umsatzerlöse, Aufwendungen für Waren, Verbindlichkeiten, Forderungen, Mietaufwendungen, Lohn-/Gehaltsaufwendungen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Eigenkapital)
    • Buchungssatz (Einführung in die Doppik)
    • Erfolgsermittlung: Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz
    • Kontenrahmen/Kontenplan

Geschäftsprozess Verkauf

  • Betriebswirtschaftliche Inhalte (Durchläufe ohne und mit IUS-Unterstützung Schriftverkehr und Dokumentenverwaltung in Verbindung mit dem Fach Textverarbeitung mit Büropraxis)
    • Kundenanfrage (z. B. Rollenspiel, Telefongespräche)
    • Angebot (Inhalte, Bindung)
    • Kundenauftrag
    • Auftragsannahme/Auftragsbestätigung
    • Lieferschein/Ausgangsrechnung
    • Zahlungseingang
    • Grundlagen des Kaufvertrags
      Willenserklärung, Geschäftsfähigkeit, Besitz und Eigentum, Eigentumsvorbehalt, Anfechtung (Einfacher Eigentumsvorbehalt Motivirrtum, Erklärungsirrtum)
  • Warenverkauf im Rechnungswesen (Buchhalterische Erfassung ohne und mit IUS-Unterstützung)
    • Warenverkaufsbuchungen mit Umsatzsteuer
    • Bestandsänderung/Aufwendungen für Waren
    • Debitorenbuchhaltung
      Sachkonto, Personenkonto, offene Posten
    • Verkaufskalkulation
      Vorwärts-, Rückwärts- und Differenzkalkulation (Ohne Handelsspanne und Kalkulationsfaktor, Tabellenkalkulation)
    • Preisnachlässe (Buchungen mit Umsatzsteuerkorrektur)
  • Rechnungsausgleich (Durchläufe ohne und mit IUS-Unterstützung Schriftverkehr in Verbindung mit dem Fach Textverarbeitung mit Büropraxis)
    • Buchung des Zahlungseingangs ohne und mit Skonto
    • Nicht-Rechtzeitig-Zahlung
    • Zinsrechnen
    • außergerichtliches Mahnverfahren

Bewerbung, Ausbildung und Vergütung

  • Berufsfindung (Anforderungen, Selbst- und Fremdeinschätzung, Fähigkeitsprofil, z. B. durch das Arbeitsamt)
  • Bewerbung (In Verbindung mit den Fächern Deutsch und Textverarbeitung mit Büropraxis Einbeziehen von Experten)
    • Planung (Prozessorientierter Ablauf, z. B. Termine, Telefongespräche)
    • Unterlagen (z. B. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse)
    • Einstellungstests
    • Bewerbungsgespräch (Rollenspiele, Körpersprache, Erscheinungsbild, Umgangsformen)
  • Ausbildungsvertrag (Leistung und Gegenleistung)
    • Rechte
    • Pflichten (z. B. Rollenspiele, Formulieren und Überbringen unangenehmer Mitteilungen)
    • Beendigung
  • Arbeitsschutzvorschriften (im Überblick)
    • Jugendarbeitsschutz
    • Mutterschutz
  • Gehaltsabrechnung
  • Abzüge
    • Steuer (Lohnsteuerklassen, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag)
    • Sozialversicherung (Zweige)
    • vermögenswirksame Leistungen

Konsum und Finanzierung

  • Zahlungsverkehr (Informationen sammeln, auswerten und die Ergebnisse präsentieren)
    • Girokonto
    • ZahlungsformenÜberweisung, Dauerauftrag, Lastschrift
    • moderne Zahlungssysteme (z. B. Bankkarte, Kreditkarte, Online-Banking in Verbindung mit dem Fach Datenverarbeitung)
  • Kredit-/Darlehensarten (Angebotsvergleich)
    • kurzfristig (Kontokorrent-/Dispositionskredit)
    • langfristig (Ratenkredit)
  • Tilgung und Verzinsung langfristiger Kredite 
    • Fälligkeit
    • Abzahlung
    • Annuität
  • Leasing (Vergleich: Leasing und Kredit)
  • Kreditsicherheiten (Bürgschaft, Sicherungsübereignung)
  • Konsumbedürfnisse/-verhalten (z. B. Projekt „Was braucht der Mensch?“, Interviews zum Ausgabeverhalten, private Einnahmen- und Ausgabenrechnung)
  • Verschuldung (Schuldnerberatung, Privatinsolvenz)
  • Zukunftssicherung (Abhängigkeit von der Lebenssituation Einfluss des Zeitfaktors, z. B. private Altersvorsorge, Berufsunfähigkeitsversicherung)
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Berufsfachliche Kompetenz im 2. Jahr

Geschäftsprozess Einkauf

  • Betriebswirtschaftliche Inhalte (Durchläufe ohne und mit IUS-Unterstützung Schriftverkehr und Dokumentenverwaltung in Verbindung mit dem Fach Textverarbeitung mit Büropraxis)
    • Bezugsquellen (Internetrecherche)
    • Anfrage (In Kooperation mit dem Fach Textverarbeitung mit Büropraxis, Schriftverkehr, Dokumentenverwaltung)
    • Angebotsvergleich (Fallstudie, Tabellenkalkulation Entscheidungsbewertungstabelle)
    • Bestellung (E-Commerce/Internet-Kauf (rechtliche Aspekte))
    • Lieferschein/Eingangsrechnung
    • Wareneingangskontrolle mit Kaufvertragsstörungen
      Schlechtleistung
      Nicht-Rechtzeitig-Lieferung
    • Zahlungsausgang
    • Wirtschaftlichkeit der Bestellung (Tabellenkalkulation):
      optimale Bestellmenge,
      Bestellpunktverfahren
    • Wirtschaftlichkeit der Lagerhaltung (Tabellenkalkulation):
      Meldebestand, Mindestbestand, durchschnittlicher Lagerbestand, durchschnittliche Lagerdauer, Umschlagshäufigkeit (Just in time)
  • Wareneinkauf im Rechnungswesen
    • Wareneingangsbuchung mit Vorsteuer
    • Bezugskosten
    • Kreditorenbuchhaltung
      Sachkonto, Personenkonto, offene Posten
    • Einkaufskalkulation (Bezugskosten)
    • Preisnachlässe, Liefererbonus, Rücksendungen (Buchungen mit Vorsteuerkorrektur)
  • Rechnungsausgleich
    • Buchung des Zahlungsausgangsohne und mit Skonto
    • Zahllast
  • Einseitiger Handelskauf
    • Verbrauchsgüterkauf:
      allgemeine Geschäftsbedingungen, Haustürgeschäfte, Fernabsatzverträge (z. B. E-Commerce in Verbindung mit dem Fach Datenverarbeitung)
  • Anlagegüter (nur bewegliche Anlagegüter)
    • Beschaffung
      Anschaffungskosten
    • Abschreibungsverfahren (Jahresabschreibung)
      lineare Abschreibung

Existenzgründung

  • Marketing
    • Geschäftsidee (Brainstorming)
    • Marktforschung (Marktchancen für die Geschäftsidee ermitteln und analysieren, Befragung)
    • Marketinginstrumente (Marketingkonzept für die Geschäftsidee),
      Kommunikationspolitik (Werbung, Public Relations, Sales Promotion; z. B. Plakat/Flyer in Verbindung mit dem Fach Textverarbeitung mit Büropraxis, Werbefilm, Radiospot, Homepage in Verbindung mit den Fächern Deutsch und Datenverarbeitung)
    • Preispolitik (Preiskalkulation, Preisdifferenzierung)
    • Produktgestaltung
    • Distributionspolitik (Absatzwege)
  • Unternehmensformen (Auswahl einer für die Geschäftsidee geeigneten Unternehmensform)
    • rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen zur Existenzgründung (Anmeldungen wie z. B. Gewerbe, Finanzamt, IHK, Handelsregister, Eigen- und Fremdkapital)
    • Rechtsformen (Natürliche und juristische Personen):
      Einzelunternehmung e.K., Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GmbH
    • Beurteilungskriterien (Gesellschaftsvertrag):
      Haftung, Kapitalaufbringung, Gewinnverteilung, Geschäftsführung und Vertretung, Kontrollrecht

Volkswirtschaftliche Grundlagen

Z. B. Projekt „Zeitung in der Schule“ mit aktuellen Wirtschaftsnachrichten: Eine Wandzeitung entsteht in Verbindung mit den Fächern Deutsch und Textverarbeitung mit Büropraxis.

  • Grundzüge sozialer Marktwirtschaft
    • Freiheiten
    • Einschränkungen (Maßnahmen zum Schutz sozial Schwacher)
  • Wirtschaftspolitik
    • Stabilitätsgesetz
    • Konjunktur
  • Globalisierung (In Verbindung mit dem Fach Geschichte mit Gemeinschaftskunde)
    • Handelsverflechtungen
    • Nachhaltigkeit
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